Maschinen, Bauteile und Elektronik aus China landen täglich in deutschen Betrieben. Mit der Ware kommen die Dokumente: Bedienungsanleitungen, Datenblätter, Prüfprotokolle und Konformitätserklärungen. Sie sind oft knapp, manchmal lückenhaft und fast immer auf Chinesisch.
Wer sie nur grob versteht, riskiert Fehlbedienung, Garantieärger und Probleme bei der Zulassung. Eine gute technische Übersetzung beginnt nicht beim ersten Satz, sondern bei der Frage, wer sie später liest.
Warum Chinesisch so anders ist
Chinesische Texte kommen mit weniger Zeichen aus als deutsche mit Buchstaben. Zudem fehlen oft Artikel, Zeiten und Mehrzahlformen. Was im Original knapp und eindeutig wirkt, braucht auf Deutsch mehr Wörter und mehr Klarheit.
Wie sich das auf die Länge und auf das Layout auswirkt, erklärt der Beitrag warum chinesische Übersetzungen kürzer ausfallen und wie man damit umgeht.
Fachbegriffe richtig wählen
Technische Begriffe haben im Chinesischen oft mehrere Bezeichnungen, je nach Branche, Region und Hersteller. Das deutsche Gegenstück ist durch Normen und Gewohnheiten festgelegt, und nur ein Begriff passt zum Kontext.
Gute Übersetzer arbeiten mit Glossaren und prüfen Begriffe gegen Normen, Zeichnungen und Herstellerangaben. Wo das Original unklar ist, fragen sie nach, statt zu raten.
Zahlen, Einheiten und Normen
Maße, Toleranzen und Leistungsangaben sind die empfindlichsten Stellen. Ein verrutschtes Komma oder eine nicht umgerechnete Einheit kann dazu führen, dass ein Bauteil falsch eingebaut oder ein Gerät falsch eingestellt wird.
Chinesische Normen tragen eigene Bezeichnungen, etwa GB-Standards. Der Übersetzer sollte sie nennen und, wo sinnvoll, das europäische Gegenstück erwähnen, ohne beide zu verwechseln.
Sicherheitshinweise haben Vorrang
Warnungen, Vorsicht und Hinweise haben in deutschen Anleitungen feste Abstufungen und eine bestimmte Wortwahl. Ein harmloser Hinweis darf nicht wie eine Warnung klingen, und eine echte Gefahr nicht wie ein Tipp.
Wer Maschinen in der EU in Verkehr bringt, muss laut der Maschinenrichtlinie eine Betriebsanleitung in der Amtssprache des Landes liefern. Das macht die Übersetzung zur Pflicht und nicht zur Kür.
Den richtigen Partner finden
Für chinesische Fachtexte braucht es Übersetzer, die in die deutsche Zielsprache schreiben und das technische Feld kennen. Ein Übersetzungsbüro Deutsch Chinesisch sollte Ihnen sagen können, wer Ihren Text bearbeitet, in welchem Fachgebiet diese Person arbeitet und ob eine zweite Person gegenliest.
Fragen Sie außerdem, ob der Anbieter mit Glossaren arbeitet und ob er bei Mehrdeutigkeiten Rückfragen stellt.
Bilder, Tabellen und Zeichnungen
Technische Dokumente enthalten viele Abbildungen, in denen Text steckt. Beschriftungen, Pfeile und Maßangaben müssen mit übersetzt werden, und dafür braucht der Übersetzer die Quelldateien.
Schicken Sie nach Möglichkeit editierbare Dateien statt PDF-Scans. So bleibt das Layout erhalten und nichts geht verloren.
Handelsinformationen und Anlaufstellen
Wer Geschäfte mit chinesischen Lieferanten macht, findet bei Germany Trade and Invest Informationen zu Märkten, Zöllen und Vorschriften. Die Übersicht von Germany Trade and Invest hilft, Anforderungen für Ihre Branche einzuordnen.
Dort erfahren Sie auch, welche Dokumente für Zoll und Marktzugang gebraucht werden.
Wartung, Ersatzteile und Service
Neben der Bedienungsanleitung brauchen Betriebe oft Wartungspläne, Ersatzteillisten und Serviceberichte. Diese Dokumente werden von Technikern gelesen, die schnell die richtige Information finden müssen. Einheitliche Bezeichnungen für Baugruppen und Ersatzteile sind deshalb wichtiger als schöne Formulierungen.
Eine Teileliste, in der dasselbe Bauteil unter zwei Namen auftaucht, führt zu Fehlbestellungen und Stillstand.
Konformität und Kennzeichnung
Konformitätserklärungen, Prüfberichte und Zertifikate müssen so übersetzt werden, dass Zahlen, Normen und Nummern exakt stimmen. Eine falsche Normnummer kann dazu führen, dass eine Behörde das Dokument nicht anerkennt.
Klären Sie vorab, ob für diese Unterlagen eine beglaubigte Übersetzung verlangt wird.
Qualität sichern
Eine zweite Person sollte jede technische Übersetzung gegenlesen. Idealerweise ist das ein Fachmann, der das Gerät kennt. Er erkennt, ob ein Schritt in der Anleitung so überhaupt funktioniert.
Eine Übersetzung, die im Testlauf an der Maschine scheitert, war nie fertig. Planen Sie deshalb Zeit für diese Prüfung ein.
Zeitplan und Änderungen
Technische Dokumentation ändert sich mit jedem Modell. Legen Sie fest, wann der Ausgangstext eingefroren wird, und vereinbaren Sie, wie Änderungen nachgezogen werden.
Mit Übersetzungsspeichern werden Folgeaufträge günstiger, denn unveränderte Sätze werden nicht doppelt berechnet.
Vertraulichkeit
Technische Unterlagen enthalten Konstruktionsdetails und Preise. Fragen Sie den Anbieter, wie er mit vertraulichen Daten umgeht, ob eine Verschwiegenheitserklärung dazugehört und wo die Dateien gespeichert werden.
Seriöse Anbieter beantworten das schriftlich und ohne Zögern.
Typische Fehler
Drei Fehler tauchen immer wieder auf. Die Übersetzung erfolgt aus einer englischen Zwischenfassung statt aus dem Original. Mehrere Übersetzer arbeiten ohne gemeinsames Glossar. Abbildungen werden nicht mit übersetzt.
Alle drei lassen sich mit einer kurzen Absprache vor dem Auftrag vermeiden.
Was es kostet
Der Preis pro Wort ist die bekannteste Zahl und die am wenigsten aussagekräftige. Fragen Sie, ob Zweitprüfung, Glossar und Layout enthalten sind, und vergleichen Sie die Endsumme.
Eine günstige Übersetzung, die zweimal korrigiert werden muss, kostet am Ende mehr als ein sauberer erster Durchgang.
Das Wichtigste zum Schluss
Technische Dokumentation aus China verdient Übersetzer, die Sprache und Technik beherrschen. Klären Sie Begriffe, achten Sie auf Einheiten und Sicherheitshinweise, schicken Sie Quelldateien und planen Sie eine Prüfung ein.
So wird aus einer knappen Anleitung ein Dokument, das Ihre Mitarbeiter sicher benutzen können.
